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Nicolas Kröger - der Feinsensoriker

Nicolas Kröger gehört zu den aufstrebenden Sternen am Destillerie-Himmel. Mit seinen feinen Spirituosen hat er sich in der Berliner Barszene bereits einen Namen gemacht! Er stellte schon immer hohe Ansprüche an sich selbst und tut das Gleiche, wenn es um die Qualität seiner Fine Spirits geht. Was den gelernten Butler und Bartender antreibt, verrät er im Interview.

Vom Hotelfachmann zum Brennmeister – Wie kam es dazu?

In einem Alter, wo jeder Polizist oder Feuerwehrmann werden wollte, wollte ich Koch werden. Aromen und deren Komposition haben mich schon damals fasziniert. Im Alter von 14 Jahren hatte ich meine ersten Berührungen mit Wein, den ich bei meinem französischen Großvater probieren durfte. Ich war von der Aromenfilfalt fasziniert – und mein Großvater von meinem guten Geschmack.

Als ich 15 Jahre alt war, schenkte er mir einen kleinen, kupfernen Destillierapparat. Damit war die Sache erledigt! Ich destillierte Tag und Nacht billige Weine, versetzte diese mit Kräutern, etc. Auf diese Weise und mit der Hilfe von Praxisbüchern brachte ich mir die Destillation bei. Da ich nach der Schule mit meinen zarten 16 Jahren nicht legal Spirituosen trinken durfte, begann ich meine Ausbildung zum Hotelfachmann und machte nebenbei meinen Sommelier. Zum aktiven (legalen) brennen habe ich es erst vor knapp drei Jahren, durch meine Arbeit im Rum-Depot, geschafft. In York betrieb ich eine kleine, ziemlich erfolgreiche Schwarz-Brennerei, aber das ist eine andere Geschichte…

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Du warst in York, London, auf den Malediven und Südafrika – warum hat es dich zurück nach Deutschland verschlagen?

Meine Zeit im Ausland war großartig! Etwas, was ich jedem ans Herz legen möchte. Die Erfahrungen und Ansichten die man mitbringt sind sehr wertvoll! Nach ein paar Jahren habe ich mich aber wieder nach der „deutschen Arbeitsmentalität“ gesehen. Gerade in Südafrika und auf den Malediven bestand der Großteil meiner Arbeit darin, mein Team zu trainieren und dafür zu sorgen, dass arbeiten pünktlich und anständig ausgeführt werden. Für Sensorik und Kreativität war wenig Platz.

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Was macht für dich eine richtig gute Bar aus?

Ganz klar: Service, Service, Service! Ich kriege die Krise bei schlechtem Service! Hierbei möchte ich aber betonen, dass es einen Ort & eine Zeit für alles gibt. Wenn ich in eine Kneipe gehe, möchte ich keine Kristallgläser und auch keine Person, die mir alle 5 Minuten fragt, ob noch alles recht ist. Der Barkeeper muss Menschen lesen können: Will der Gast in Ruhe gelassen werden oder soll ich ihn ein wenig aufheitern? Frage ich ihn, welches Tonic er zum Gin haben möchte, oder nehme ich ihm die Entscheidung ab?

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Für mich sind die Prioritäten in einer Bar wie folgt:

1. Service!
2. Atmosphäre
3. Qualität der Getränke (bitte zügig zubereitet)
4. Musik


Alle vier Punkte auf den Punkt gebracht, kriegen nur ganz wenige hin. Die meisten geben den Drinks viel zu viel Aufmerksamkeit und vergessen den Rest. Der perfekte Service ist unsichtbar. Dem Gast fehlt nie etwas und er muss nie nach etwas fragen – kriegt von dem ganzen aber nichts mit.

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Für welche Spirituose brennst du am meisten?

Da würde ich gerne zwischen den gereiften und ungelagerten Spirituosen unterscheiden: Bei den gereiften Spirituosen ist es ganz klar der Rum! Mit Abstand sogar. Es gibt einfach keine andere Spirituose, die auch nur ansatzweise eine derartige Vielfalt & Komplexität zu bieten hat. Dazu vermittelt Rum gleichzeitig ein wunderbares Lebensgefühl. Bei den ungereiften Spirituosen sind es die Obstbrände. Deren Herstellung ist die höchste Kunst in der Spirituosenwelt. Nichts ist anspruchsvoller als ein hochwertiges Destillat aus Früchten, Blüten, etc. zu gewinnen. Das Potential und die Qualität von Bränden und Geisten ist total unterschätzt und wird meiner Meinung nach das nächste große Thema werden.

Wie genießt du deinen “PX Cask – Barbados Rum” am liebsten?

Ganz einfach pur – ohne weiteren Schnick-Schnack. Gerne auch mit einer Zigarre. Die angenehme, fruchtige Süße von dem PX-Cask schmeichelt dem Gaumen beim Tabakgenuss sehr und bildet eine unglaubliche Harmonie.

 

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